Die Schweiz exportierte im vergangenen Sommer weniger Strom als sonst. (Foto: Shutterstock)

Beim zurückliegenden Sommer reden wir nicht von ein bisschen weniger Regen, sondern massiven Abweichungen von der üblichen Niederschlagsmenge. Zum fehlenden Niederschlag kam noch die grosse Hitze hinzu, die für eine erhöhte Verdunstung aus den Gewässern sorgte.

Die Schweiz deckt etwa 56 Prozent ihres Strombedarfs aus der Erzeugung von Lauf- und Speicherkraftwerken. Im Hinblick auf die Klimabilanz ist das ein positives Faktum. Allerdings beeinflussen die Wasserstände in Flüssen und Seen die produzierte Strommenge. Fast alle Betreiber von Laufkraftwerken haben grosse Einbussen zu verzeichnen. Zu Engpässen beim Strom kam es trotzdem nicht, das lag auch an den Speicherkraftwerken, die dank eines schneereichen Winters über grosse Reserven verfügten. Allerdings exportierte die Schweiz weniger Strom, als sie es sonst im Sommer tut.Auch thermische Kraftwerke, wie AKW und Kohleblöcke, brauchen Wasser zur Kühlung. Solche Kraftwerke müssen in besonders heissen Monaten regelmässig ihre Leistung drosseln, um die Ökosysteme der Flüsse nicht durch übermässige Erwärmung zu schädigen.

Wetterextreme wie der Dürresommer 2018 werden im Zuge des Klimawandels noch mehr zunehmen. Um diesen einzudämmen müssen wir unbedingt auf erneuerbare Energien setzen. Ungünstigerweise beeinträchtigen aber ausgerechnet Auswirkungen des Klimawandels, wie eben der trockene Sommer, die Energiewende. Das ist besonders kritisch, da es vor allem die Wasserkraft trifft, die eigentlich als verlässlichste der regenerativen Energien gilt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Stromerzeugung immer unsteter und unberechenbarer wird. Um darauf zu reagieren gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder wird der Bedarf mit ausgeklügelter Laststeuerung in die Zeiten mit einer hohen Erzeugung „umgeleitet“ oder wir müssen mit neuen Technologien für eine Flexibilisierung des Stromnetzes sorgen. Wir erleben gerade eine rasante Entwicklung von Batterien, sodass diese mittlerweile für grossangelegte Stromspeicherung in Betracht kommen.

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