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	<title>Gaswirtschaft &#8211; energieRUNDSCHAU</title>
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	<title>Gaswirtschaft &#8211; energieRUNDSCHAU</title>
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		<title>Gasreserve für den Winter: Gaswirtschaft hat Ziel erreicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schweizer Fachmedien GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 13:35:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gas]]></category>
		<category><![CDATA[Gaswirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Hochdruck arbeitete die Schweizer Gaswirtschaft in den vergangenen Wochen undMonaten daran, eine Gasreserve für den kommenden Winter aufzubauen. Sowohl bei derGasreserve in den Speichern wie auch bei der Schaffung von Optionen konnten dieZielsetzungen erreicht werden.Der Bundesrat schuf Anfang März die rechtlichen Voraussetzungen, dass die Gaswirtschaftdie Beschaffung für den kommenden Winter gemeinsam angehen konnte. Aufgrund [&#8230;]]]></description>
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<p>Mit Hochdruck arbeitete die Schweizer Gaswirtschaft in den vergangenen Wochen und<br>Monaten daran, eine Gasreserve für den kommenden Winter aufzubauen. Sowohl bei der<br>Gasreserve in den Speichern wie auch bei der Schaffung von Optionen konnten die<br>Zielsetzungen erreicht werden.<br>Der Bundesrat schuf Anfang März die rechtlichen Voraussetzungen, dass die Gaswirtschaft<br>die Beschaffung für den kommenden Winter gemeinsam angehen konnte. Aufgrund des<br>Kartellgesetzes und des fehlenden Gasversorgungsgesetzes waren der Gasversorgung hier<br>in verschiedener Hinsicht die Hände gebunden. Der Verband der Schweizerischen<br>Gasindustrie (VSG) bildete im Anschluss an den Bundesratsbeschluss eine Taskforce mit<br>Vertretern der Gaswirtschaft sowie der Bundesbehörden und erarbeitete ein Konzept, wie<br>die Gasreserve eingerichtet werden kann.<br>Das Konzept zur Stärkung der Gasversorgungssicherheit im Winter 2022/23 beinhaltet zwei<br>Massnahmen, die von den regionalen Gasnetzbetreiber erfolgreich umgesetzt werden<br>konnten: So sind 15 Prozent (rund 6 TWh) des inländischen Jahresverbrauchs (35 TWh) in<br>Speicheranlagen in den Nachbarländern gelagert. Im Weiteren stehen 20 Prozent (6 TWh)<br>des Schweizer Winterverbrauchs in Frankreich, Deutschland, Italien und in den Niederlanden<br>in Form von Optionen für zusätzliche Gaslieferungen zur Verfügung stehen und können bei<br>Bedarf kurzfristig abgerufen werden. «Mit dem Aufbau der Gasreserve ist ein wichtiger<br>Meilenstein erreicht, um sich für den Fall einer Gasmangellage so gut wie möglich<br>vorzubereiten», sagt VSG-Direktorin Daniela Decurtins. Ein kritischer Punkt ist, dass das Gas<br>in einer Mangellage auch tatsächlich in die Schweiz gelangt. «Es ist unabdingbar, dass der<br>Bund seine Bemühungen hochhält, zwischenstaatliche Vereinbarungen insbesondere mit<br>Deutschland, Frankreich und Italien zu treffen», betont Daniela Decurtins.<br>Die Schweizer Gaswirtschaft setzt ihre Bemühungen fort bestehende Abhängigkeiten von<br>russischem Gas möglichst schnell reduzieren und die alternativen Bezugsmöglichkeiten breit<br>abstützen. Im Weiteren ist der VSG im Auftrag des Bundes daran, die KIO Gas aufzubauen.<br>Dies ist die Kriseninterventionsorganisation für die Gasversorgung in ausserordentlichen<br>Lagen. Sie untersteht der wirtschaftlichen Landesversorgung des Bundes und wird auf deren<br>Anweisung aktiv. Die KIO Gas (www. kio.swiss) hat die Aufgabe, die aktuellen Entwicklungen<br>zu beobachten und bei einer Gasmangellage die Netzbetreiber bei der Umsetzung der vom<br>Bund angeordneten Bewirtschaftungsmassnahmen zu unterstützen.</p>



<p><a href="https://gazenergie.ch/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mit Gas in die Energiezukunft (gazenergie.ch)</a></p>
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		<title>Aktivkohle &#038; Co effizient nutzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schweizer Fachmedien GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Dec 2021 06:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gaswirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Extraktion von Gasmolekülen aus einem Gasgemisch und deren Anlagerung an einem Feststoff ist ein Prozess, der in vielen industriellen Verfahren eine wichtige Rolle spielt. Für diese Adsorptionsprozesse werden heute in vielen Fällen technische Systeme eingesetzt, die für ihre Aufgabe überdimensioniert sind. Das führt zu einem unnötig hohen Verbrauch von Adsorptionsmaterialien, Investitionsmitteln und Energie. Um [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Die Extraktion von Gasmolekülen aus einem Gasgemisch und deren Anlagerung an einem Feststoff ist ein Prozess, der in vielen industriellen Verfahren eine wichtige Rolle spielt. Für diese Adsorptionsprozesse werden heute in vielen Fällen technische Systeme eingesetzt, die für ihre Aufgabe überdimensioniert sind. Das führt zu einem unnötig hohen Verbrauch von Adsorptionsmaterialien, Investitionsmitteln und Energie. Um dies zu vermeiden, hat ein Forscherteam der Hochschule Luzern ein Modell und einen zugehörigen Leitfaden entwickelt. Sie helfen Verfahrensingenieuren, Anlagen etwa zur Gasreinigung und Gasgewinnung bedarfsgerecht zu dimensionieren. Das energetische Einsparpotenzial veranschlagen die Wissenschaftler auf 25 bis 30 Prozent.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="626" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-1024x626.jpg" alt="" class="wp-image-22449" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-1024x626.jpg 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-300x183.jpg 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-768x469.jpg 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-696x425.jpg 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-1068x653.jpg 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02-687x420.jpg 687w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/01_Schema_D_bearb_02.jpg 1134w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Schematische Darstellung eines Adsorptionsprozesses aus der Gasphase:
Das Gasgemisch besteht aus zwei Molekülarten (helle und dunkle Kugeln).
Das eine Molekül wird von den Oberflächenstrukturen des Adsorbens aufgenommen.</figcaption></figure>



<p>Sei es die Reinigung der Luft eines Lackierwerks von Lösungsmitteln, sei es die Trocknung von Gasgemischen im Werk eines Kryoflüssigkeiten- Herstellers, sei es die Entfernung von Ammoniak aus der Luft eines Viehzuchtbetriebs: In diesen und vielen weiteren Prozessen wird aus einem Gasgemisch ein Stoff mittels Adsorption entfernt. Der Stoff lagert sich dabei an einen Feststoff (Adsorbens) an und wird später von diesem in konzentrierter Form abgetrennt und entsorgt beziehungsweise weiterverwendet. Nicht nur in der Industrie leisten Adsorptionsverfahren wertvolle Dienste, sondern auch in der Gebäudetechnik: In Klimaanlagen wird das Verfahren eingesetzt, um die Luft zu entfeuchten und Geruchsstoffe zu entfernen. Ähnlich in der Dunstabzugshaube: Hier bindet ein Aktivkohlefilter die Küchengerüche.</p>



<p>Adsorptionsprozesse haben ein breites Einsatzfeld in der chemischen Industrie, etwa bei der Trennung von Gasgemischen in Raffinerien oder der Gewinnung von Stickstoff und Sauerstoff, aber auch in der Lebensmittelindustrie. Von grosser Bedeutung ist die Adsorption von Gasen auch in der Umwelt- und Energietechnik. Ein Beispiel ist die Abtrennung von CO2 zur Veredelung von Rohbiogas oder die Entfernung von Dioxinen oder Quecksilber aus Abgasen. Ein relativ neues Verfahren ist die Abscheidung von CO2 aus der Luft, um so dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das hierbei gewonnene Kohlendioxid wird beispielsweise von der Chemischen Industrie anstelle von «technischem CO2» eingesetzt, das bisher eigens produziert werden musste.</p>



<p><strong>ANLAGEN RICHTIG DIMENSIONIEREN</strong><br>Obwohl Adsorber in der Industrie seit langem weit verbreitet sind, besteht bei ihrem Einsatz häufig ein erhebliches Verbesserungspotenzial. «Heute werden oft Adsorber eingesetzt, die für ihre Aufgabe überdimensioniert sind und sehr hohe Sicherheitsmargen aufweisen. Das verursacht nicht nur übermässige Investitionskosten, sondern verschlingt im Betrieb auch unnötig viel Energie», sagt Prof. Mirko Kleingries, ausgebildeter Maschinenbauer mit Industrieerfahrung, der heute das Kompetenzzentrum «Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik» an der Hochschule Luzern – Technik &amp; Architektur leitet.</p>



<p>Kleingries ist Teil eines HSLU-Forscherteams, das seit Jahren Sorptionsprozesse mit Blick auf ihre Anwendungs- und Optimierungsmöglichkeiten untersucht. So entstand bereits in den Jahren 2014 – 16 die vom BFE geförderte Studie «Technische Sorptionsprozesse für energetische Anwendungen» (TSEA). Die Untersuchung fand bei Sorptionsprozessen ein erhebliches energetisches Sparpotenzial, das zu den Einsparungen der Energiestrategie 2050 im Bereich Industrielle Prozesse beitragen kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="785" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-1024x785.jpg" alt="" class="wp-image-22450" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-1024x785.jpg 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-300x230.jpg 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-768x589.jpg 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-80x60.jpg 80w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-696x534.jpg 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-1068x819.jpg 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02-548x420.jpg 548w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Parameterstudie_D_bearb_02.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Diese Grafik veranschaulicht drei wichtige Parameter einer Gasreinigung mittels Adsorption. Aus der Darstellung können Fachleute
beispielsweise ablesen, dass der Rotordurchmesser in diesem Beispiel möglichst gross und die Zyklusdauer möglichst kurz
gewählt werden muss, um einen hohen energetischen Trennwirkungsgrad zu erreichen. Die gewünschten Zielsetzungen können
durch geeignete mathematische Vorgehensweisen (Pareto-Optimierung) erreicht werden.</figcaption></figure>



<p><strong>LEITFADEN ERLAUBT STRUKTURIERTE PLANUNG</strong><br>Vor diesem Hintergrund haben die Forscher um Mirko Kleingries in den vergangenen Jahren nach Wegen gesucht, dieses Einsparpotenzial zu realisieren. Im BFEProjekt SYSKON entwickelten sie ein mathematisch-physikalisches Modell zur Beschreibung von Adsorptionsprozessen, bei denen aus einem Gasgemisch ein Stoff an einem Festkörper angelagert wird. Im jüngsten Projekt mit dem Namen EESP (für: «Empfehlungen zum Energieeffizienten Einsatz von Adsorptionsprozessen aus der Gasphase») entwickelten sie einen Leitfaden, mit dem Chemie- und Verfahrensingenieure Adsorptionsanlagen planen und korrekt dimensionieren können.</p>



<p>Die Auslegung von Adsorptionsprozessen ist komplex, da eine Vielzahl von Einflussgrössen zu berücksichtigen ist. «Wir wollen mit unserem Leitfaden eine strukturierte Vorgehensweise anbieten, um eine optimale Konzeption von Anlagen zu ermöglichen », sagt Kleingries. Der Leitfaden umfasst zehn Schritte. Dazu gehört die Festlegung der (zum Beispiel ökonomischen oder energetischen) Ziele, die mit dem jeweiligen Adsorptionsprozess erreicht werden sollen, aber auch aufeinander aufbauende Schritte zur technischen Umsetzung (vgl. Textbox 1).</p>



<p><strong>ROBUST UND AUSREICHEND GENAU</strong><br>Ein zentraler Schritt besteht in der Erstellung eines mathematisch-physikalischen Modells, das den Adsorptionsprozess quantitativ beschreibt. Hierfür kann ein Software-Werkzeug herangezogen werden, das die Wissenschaftler im Vorläuferprojekt SYSKON entwickelt hatten. «Das Modell erfasst alle relevanten Wechselwirkungen des Adsorptionsprozesses ausreichend genau, zugleich ist das Modell schnell und robust», sagt Prof. Dr. Ulf Christian Müller, der am HSLU-Kompetenzzentrum im Bereich Fluidmechanik und Thermodynamik unterrichtet. «Gegenüber auf dem Markt verfügbaren Tools, die oft sehr ausgefeilt und unflexibel sind, lässt sich unser Werkzeug dank seines modularen Aufbaus mit relativ wenig Aufwand auf eine grosse Palette von Anwendungsfällen anpassen», so Müller.</p>



<p>Das Modell kann nach der Validierung für die Sensitivitätsanalyse und die Optimierung des vorliegenden Adsorptionsprozesses herangezogen werden. Einzig für die Feinauslegung der Anlage, dem letzten der zehn Schritte des Leitfadens, ist das Modell nicht konzipiert. «Wer unseren<br>Leitfaden befolgt, vermeidet eine Überdimensionierung seiner Adsorptionsanlage und entgeht so einer Gefahr, wie wir sie in der Praxis oft beobachtet haben», sagt Müller. Gestützt auf zwei praxisnahe Beispiele schätzt Müller die energetischen Einsparungen durch korrekte Dimensionierung auf 25 bis 30 Prozent. Dass solche Effizienzsteigerungen auch praktisch umsetzbar sind, wollen die Wissenschaftler der HSLU künftig mit Anwendungen ihres Modellierungs-Werkzeugs in der industriellen Praxis zeigen.</p>



<p><strong>IN ZEHN SCHRITTEN ZUM ZIEL</strong><br>Der von Forschern der Hochschule Luzern erarbeitete Leitfaden ermöglicht ein systematisches Vorgehen zur Auslegung von Adsorptionsprozessen aus der Gasphase. Die zehn Schritte sind nachfolgend in Stichworten wiedergegeben: <br>Aufgabenstellung: Die Kernaufgabe des Prozesses wird definiert. <br>Ist-Analyse: Alle verfügbaren Prozessdaten (wie Temperaturniveaus, Gasvolumenströme, Drücke und Umgebungsbedingungen) werden zusammengetragen, Parameter der Prozessführung bestimmt und die für die Anlage verfügbaren Räumlichkeiten abgeklärt. Ein Augenmerk richtet sich auf die verfügbaren Energien (Abwärme, Prozessdampf usw.).<br>Zielfunktionen: Festlegung der Ziele, die mit dem Adsorptionsprozess erreicht werden sollen (z. B. tiefe Prozesskosten, geringer Energieverbrauch).<br>Sorbensauswahl: Festlegung des Adsorbens, das die vorliegende Anwendung optimal erfüllt (unter Beizug der Gleichgewichts- und Kinetikdaten, wobei deren Genauigkeit von elementarer Wichtigkeit ist).<br>Prozessdefinition: Festlegung der Prozessführung und der Bauart der Adsorptionseinrichtung einschliesslich des zugehörigen Desorptionsprozesses (beispielsweise mittels Temperaturwechsel- und / oder Druckwechsel-Desorption).<br>Modellerstellung: Erstellung eines mathematisch-physikalischen Modells zur Beschreibung des Adsorptionsprozesses, wofür die Forscher der Hochschule Luzern ein Basismodell in der Modellierungssprache Modelica entwickelt haben. Durch Kombination mehrerer Basismodule lässt sich eine Vielzahl von Adsorberarten modellieren.<br>Modellvalidierung: Das Modell wird validiert, dies mit Referenzfällen aus der Literatur mit angepassten Randbedingungen oder unter Verwendung von Messdaten. Wichtige Kenngrössen betreffen Prozessgleichgewicht und -kinetik, Stoff- und Wärmeübertragung.<br>Sensitivitätsanalyse: Alle Parameter der Anlage werden variiert und die möglichen Betriebspunkte in einem Haupteffektdiagramm und einem Wechselwirkungsdiagramm dargestellt. Auf diesem Weg werden die Parameter mit dem grössten Einfluss auf die Zielfunktion(en) und deren Wechselwirkung ermittelt («Design of Experiments» / DoE).<br>Optimierung: Auf der Grundlage des vorherigen Schrittes wird unter Einbezug mathematischer Methoden bestimmt, wie die Zielfunktion(en) am besten erreicht werden kann (können).<br>Feinauslegung: Der abschliessende Schritt ist die Feinauslegung der Adsorptionsanlage (die oben erwähnte Modelica-Software ist nicht für die Feinauslegung der Anlage konzipiert). Mit dem Leitfaden und dem Software-Tool stehen die zwei zentralen Werkzeuge für den praktischen Einsatz bereit. Das Tool ist für die beiden mit Abstand wichtigsten Adsorbertypen – Festbett- und Rotoradsorber – getestet und validiert.<br>BV</p>



<p><strong>DIE QUAL DER WAHL</strong><br>Um bestimmte Stoffe aus einem Gasgemisch zu adsorbieren, stehen heute abertausende Adsorptionsmaterialien («Adsorbentien» »,,) zur Verfügung. Diese lassen sich nach ihren Grundstoffen gruppieren in kohlenstoffhaltige Adsorbentien (z. B. Aktivkohle), oxidische Adsorbentien zum Beispiel Zeolithe oder Silicagel) und Polymeradsorbentien. All diese Adsorptionsmaterialien haben unterschiedliche Eigenschaften und werden für unterschiedliche Zwecke eingesetzt.<br><br>Neben der grossen Verbreitung in industriellen Prozessen kommen Adsorptionsmaterialien auch in Haushalten zum Einsatz. So nutzen Dampfabzugshauben in Küchen in der Regel Aktivkohle, um unerwünschte Düfte aus der Abluft zu entfernen. Ein anderer Anwendungsfall sind Päckchen mit kleinen Kügelchen, wie sie oft Verpackungen beigelegt sind. Die Silicagel-Kügelchen sorgen für die Trocknung der Luft und verhindern so die Beeinträchtigung der verpackten Waren durch Feuchtigkeit. BV</p>



<p><strong>HINWEISE</strong><br>Der Schlussbericht zum Projekt «Empfehlungen zum Energieeffizienten Einsatz von Adsorptionsprozessen aus der Gasphase » (EESP) sowie der «Leitfaden zur systematischen Auslegung technischer Adsorptionsprozesse aus der Gasphase» sind abrufbar unter: <br><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=47440" target="_blank">www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=47440</a>. <br>Der Schlussbericht zum Projekt «Systematische Konzipierung industrieller Ad- und Desorptionsprozesse» (SYSKON), in dem das Modell entwickelt wurde, ist abrufbar unter: <br><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=40680" target="_blank">www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=40680</a>. <br>Eine Vorstudie rund um Sorptionsprozesse unter dem Namen «Technische Sorptionsprozesse<br>für energetische Anwendungen» (TSEA) ist abrufbar unter: <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=35930" target="_blank">www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=35930</a>. <br><br>Unterstützung bei der Implementierung eines industriellen Adsorptionsprozesses mithilfe der im Haupttext genannten Software leisten Prof. Dr. Mirko Kleingries (mirko.kleingries@hslu.ch), Leiter des Kompetenzzentrums ‹Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik› sowie Prof. Dr. Ulf Christian Müller (ulfchristian.mueller@hslu.ch), Dozent am Kompetenzzentrum «Fluidmechanik und numerische Methoden».<br><br>Auskünfte zu den Forschungsprojekten erteilt Dr. Carina Alles (carina.alles@bfe. admin.ch), Leiterin des BFE-Forschungsprogramms Industrielle Prozesse.<br><br>Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Industrielle Prozesse finden Sie unter <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.bfe.admin.ch/ec-prozesse" target="_blank">www.bfe.admin.ch/ec-prozesse</a>.</p>



<p></p>
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		<title>Dekarbonisierung verlangt Weiterentwicklung des Schweizer Gasmarkts</title>
		<link>https://www.energierundschau.ch/dekarbonisierung-verlangt-weiterentwicklung-des-schweizer-gasmarkts/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Schweizer Fachmedien GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Dec 2021 06:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gaswirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Bis 2030 sollen in der Schweiz die CO2-Emissionen um 30 % gesenkt werden. Das Ziel ist klar. Doch der Einsatz der unterschiedlichen Instrumente, mit denen man den Markt grüner stellen kann, bedarf der Justierung. Ein Baustein ist die Weiterentwicklung des Gasmarktes: Die Schweizer Gasindustrie will bis 2030 einen 30%igen Anteil des auf dem Schweizer Wärmemarkt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Bis 2030 sollen in der Schweiz die CO2-Emissionen um 30 % gesenkt werden. Das Ziel ist klar. Doch der Einsatz der unterschiedlichen Instrumente, mit denen man den Markt grüner stellen kann, bedarf der Justierung. Ein Baustein ist die Weiterentwicklung des Gasmarktes: Die Schweizer Gasindustrie will bis 2030 einen 30%igen Anteil des auf dem Schweizer Wärmemarkt eingesetzten Erdgases durch «grüne Gase», wie Bioerdgas und Wasserstoff, ersetzen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-22438" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-1024x683.jpg 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-300x200.jpg 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-768x512.jpg 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-696x464.jpg 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-1068x712.jpg 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas-630x420.jpg 630w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symboldbild-Bioerdgas.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Uniper ist in Deutschland Vorreiter in Sachen Power-to-Gas-Technologie und kennt schon heute die Wasserstoff- Wertschöpfungskette aus der praktischen Anwendung. Doch die bisher errichteten Elektrolyseanlagen sind nur ein Anfang. Weitere Projekte werden vorangetrieben und bahnen den Weg für die Zukunft. So kooperiert Uniper etwa mit dem Hafenbetrieb Rotterdam bei der Produktion grünen Wasserstoffs und baut in Wilhelmshaven an der deutschen Nordseeküste einen zentralen Hub für klimafreundlichen Wasserstoff.</p>



<p>Wie ernst es Uniper mit dem Vorantreiben der Entwicklung von grün erzeugtem Wasserstoff als Energieträger ist, zeigen auch die Pläne des Unternehmens bis 2025 ein Gigawatt an Solar- und Windenergie aufzubauen und weitere drei Gigawatt in den dann folgenden Jahren. Damit legt Uniper unter anderem die Basis, um auch beim grünen Wasserstoff zu wachsen und diesen perspektivisch ihren Kunden zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können. Dabei strebt Uniper auch Kooperationen mit Schweizer Partnern in Sachen Wasserstoffproduktion an: Gemeinsame Projekte werden initiiert, durch die sich zum einen die Verfügbarkeit von Wasserstoff erhöht und durch die zum anderen die Projektpartner an Original-Produktionspreisen partizipieren können.</p>



<p><strong>BIOERDGAS EIN BAUSTEIN ZUR UMSETZUNG DER SCHWEIZER ENERGIESTRATEGIE</strong><br>Bereits heute ist Bioerdgas eine Möglichkeit mit viel Potenzial für die Grünstellung der Gasversorgung in der Schweiz. Als erneuerbarer und CO2-armer Energieträger liegen seine grossen Stärken vor allem in den Synergien mit anderen Bereichen, wie der Landwirtschaft oder der Abfallverwertung. Letztere rückt als Grundstoff immer stärker in den Fokus: Denn anstatt Abfälle zu verbrennen, könnte man diese in Biogas und weiter veredelt in Bioerdgas umwandeln.</p>



<p>Weitere Pluspunkte von Bioerdgas sind sein im Vergleich zum herkömmlichen Erdgas über die gesamte Produktions-und<br>Verbrauchskette deutlich geringerer Emissionswert sowie seine Flexibilität bei der Bereitstellung. So kann Bioerdgas nicht nur einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele, sondern auch zur Versorgungssicherheit der Schweiz leisten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="671" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-1024x671.jpg" alt="" class="wp-image-22439" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-1024x671.jpg 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-300x197.jpg 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-768x503.jpg 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-696x456.jpg 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-741x486.jpg 741w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-1068x700.jpg 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft-641x420.jpg 641w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/Symbolbild-Windkraft.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>EUROPÄISCHE BIOERDGASZERTIFIKATE EINE PRAKTISCHE LÖSUNG</strong><br>Auch wenn die Produktion von Bioerdgas in der Schweiz in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, so ist das Potenzial doch beschränkt. Es wird auf eine Kapazität von maximal 5.7 TWh / a geschätzt. Der heutige Erdgasverbrauch der Schweiz wird daher nicht vollständig mit einheimischem Bioerdgas gedeckt werden können.</p>



<p>Um dennoch den Einsatz von Erdgas zunehmend durch «grüne Gase» zu ersetzen, bietet es sich an, auf den Import ausländischer Bioerdgaszertifikate zurückzugreifen. Diese müssen allerdings den strengen Schweizer Standards und Regularien entsprechen. Dies kann Uniper gewährleisten: Bereits heute stammen 25 Prozent der Schweizer Importe deutscher Bioerdgaszertifikate von Uniper. Und Tendenz steigend.</p>



<p>Das Unternehmen arbeitet dabei eng mit ihren Schweizer Partnern zusammen. Ziel ist es, gemeinsame Dekarbonisierungspläne zu entwickeln und umzusetzen sowie eine zunehmende Versorgung mit «grünen Gasen», wie etwa aus biogenen Abfällen gewonnenem Bioerdgas aus deutschen<br>und anderen europäischen Produktionsanlagen, zu ermöglichen.</p>



<p>Bioerdgas und Wasserstoff – zwei Gase deren Bedeutung in den nächsten Jahren weiterwachsen wird. Und auch wenn der flächendeckende Einsatz teilweise noch Zukunftsmusik ist, so werden die Weichen doch bereits heute gestellt.</p>



<p>KONTAKT<br>Uniper Energy Sales<br>Holzstrasse 6<br>D-40221 Düsseldorf<br>Tel. +49 (0) 211 97 2690 25<br>solution@uniper.energy<br><a href="http://www.uniper.energy" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.uniper.energy</a></p>
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		<title>Mehr erneuerbares Gas dank biologischer Methanisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Schweizer Fachmedien GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2021 06:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gaswirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gasversorgung der Schweiz fusst gegenwärtig noch schwergewichtig auf Erdgas. Um die Schweizer Klimaziele zu erreichen, muss der fossile Energieträger durch erneuerbares Gas abgelöst werden. Ein Schritt in diese Richtung: Dank einer Erweiterung – der Methanisierung von CO2 und Wasserstoff – lässt sich die Produktionsleistung von Biogas-Anlagen markant erhöhen. Eine Machbarkeitsstudie des Aargauer Energieversorgers Eniwa [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>Die Gasversorgung der Schweiz fusst gegenwärtig noch schwergewichtig auf Erdgas. Um die Schweizer Klimaziele zu erreichen, muss der fossile Energieträger durch erneuerbares Gas abgelöst werden. Ein Schritt in diese Richtung: Dank einer Erweiterung – der Methanisierung von CO2 und Wasserstoff – lässt sich die Produktionsleistung von Biogas-Anlagen markant erhöhen. Eine Machbarkeitsstudie des Aargauer Energieversorgers Eniwa AG erläutert die ökologischen Vorzüge dieses Verfahrens bei kleinen und mittelgrossen Anlagen ebenso wie die ökonomischem Erfolgsbedingungen.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="332" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-1024x332.png" alt="" class="wp-image-22338" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-1024x332.png 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-300x97.png 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-768x249.png 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-696x226.png 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D-1068x346.png 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/02_Energiebilanz_D.png 1234w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Energiebilanz der biologischen Methanisierung, wie sie in der Machbarkeitsstudie für die Produktion von erneuerbarem Gas
(auch als ‹synthetisches Methan› bezeichnet) bei der ARA Reinach erstellt wurde. Die biologische Methanisierung für sich genommen
hat laut BioBooster-Schlussbericht einen berechneten Wirkungsgrad von 69 Prozent. Wird zudem die bei der Methanisierung
entstehende Wärme genutzt, liegt der Wirkungsgrad noch höher.</figcaption></figure>



<p>Die Eniwa AG mit Sitz im aargauischen Buchs versorgt rund um Aarau mehr als 100&#8217;000 Kundinnen und Kunden in rund 30 Gemeinden mit Energie, Wasser und Glasfaserverbindungen. Rund die Hälfte der Energie liefert Eniwa in Form von Gas. Der Grossteil ist heute noch fossiler Herkunft (‹Erdgas›), acht Prozent stammen aus erneuerbaren Substraten (‹Biomethan›). Ein wichtiger Lieferant für das erneuerbare Gas ist die Biogas- Anlage ‹Swiss Farmer Power› in Inwil (LU), an welcher Eniwa beteiligt ist. Ein Teil des Bedarfs wird durch Importe gedeckt.</p>



<p>Die Netto-Null-Strategie des Bundesrats stellt Eniwa und andere Schweizer Gasversorgungsunternehmen vor gewaltige Herausforderungen. «Im Jahr 2050 werden wir nur noch klimaneutrales Gas liefern. Wir müssen die inländische Produktion massiv ausbauen. Zusätzlich wird es auch Importe<br>von erneuerbarem Gas brauchen», so Samuel Pfaffen, Leiter Unternehmensentwicklung bei Eniwa. Während der Gasabsatz aufgrund der Substitution der Wärmeerzeugung durch Fernwärme und Wärmepumpen insgesamt zurückgehen wird, nimmt der erneuerbare Anteil zu. Eniwa steht also vor der Aufgabe, in den kommenden Jahren deutlich mehr erneuerbares Gas zu beschaffen.</p>



<p><strong>CO2 WIEDERVERWENDEN, KREISLÄUFE SCHLIESSEN</strong><br>Erneuerbares Gas wird heute in landwirtschaftlichen und industriellen Biogas-Anlagen (unter anderem bei Abwasserreinigungsanlagen) durch Vergärung von organischen Stoffen erzeugt. In vielen Fällen wird das dabei entstehende Rohbiogas in einem Blockheizwerk in Strom und Wärme<br>umgewandelt. Ist ein Netzanschluss vorhanden, kann das Gas auch eingespeist werden. Hierfür muss das im Rohbiogas enthaltene Kohlendioxid vorgängig abgetrennt werden. Übrig bleibt der Energieträger Methan (CH4), der mit Erdgas identisch ist, aber als ‹Biomethan› bezeichnet wird, da er auf organischen Substraten basiert.</p>



<p>Die Abtrennung von CO2 aus dem Rohbiogas und die Abgabe in die Atmosphäre ist klimapolitisch nicht sinnvoll. Eine Alternative besteht darin, das CO2 durch Beigabe von (erneuerbarem) Wasserstoff (H2) zu erneuerbarem Gas zu ‹veredeln›. Pilotanlagen im Hybridwerk in Solothurn und bei der Zürcher Kläranlage Werdhölzli haben die Tauglichkeit dieses Verfahrens grundsätzlich bestätigt (vgl. BFE-Fachartikel ‹Alles nutzen, was im Klärgas steckt›, abrufbar unter www.pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/8736. Im Winter 2021 / 22 wird die Technologie beim Limmataler Regiowerk Limeco in Dietikon (ZH) erstmals im industriellen Massstab zum Einsatz kommen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="519" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-1024x519.png" alt="" class="wp-image-22339" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-1024x519.png 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-300x152.png 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-768x389.png 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-696x353.png 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-1068x541.png 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest-828x420.png 828w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/03_Labortest.png 1219w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Die deutsche Firma microbEnergy hat mit Klärschlamm aus der ARA Reinach
Laborversuche durchgeführt. Sie konnte zeigen, dass dieses Substrat für die biologische
Methanisierung geeignet ist.</figcaption></figure>



<p><strong>ENIWA-PROJEKT IN REINACH</strong><br>Eniwa ist am Limeco-Projekt beteiligt – und möchte die Technologie zur Methanisierung von CO2 aus Rohbiogas nun möglicherweise auch selber zur Umrüstung ihrer bestehenden Biogas-Anlage bei der ARA in Reinach (AG) nutzen. Dieser Zielsetzung dient eine vor kurzem abgeschlossene<br>Machbarkeitsstudie unter dem Namen ‹BioBooster›, die vom Bundesamt für Energie finanziell unterstützt wurde. Die Biogas-Anlage in Reinach erzeugt aktuell 2.6 GWh Biomethan pro Jahr. Wird das im Rohbiogas enthaltene CO2 methanisiert, wären es künftig 4.3 GWh. Der Zuwachs würde grob geschätzt für die Versorgung von 85 Vier-Personen-Haushalten im Einfamilienhaus reichen und entspräche rund 5 Prozent der Menge, die Eniwa heute an Biomethan liefert. Wenn sich das Verfahren bewährt, soll es zudem in der zukünftigen Biogas-Anlage in der Telli in Aarau in grösserem Massstab zum Einsatz kommen.</p>



<p>Die Studie mit Beteiligung der Ostschweizer Fachhochschule (OST) und der Firma microbEnergy Gmbh (Schwandorf / D) hat die Machbarkeit der Methanisierung bestätigt. Im vorliegenden Fall wird die biologische Methanisierung mittels Mikroorganismen (Archaeen) genutzt (vgl. Textbox). Ein Labortest mit Klärschlamm der ARA Reinach war erfolgreich. Erstaunlich dabei: Die Methanisierung durch Mikroorganismen kann auch nach langen Stillstandszeiten innert Minuten von Null auf volle Leistung hochgefahren werden. «Die Anlage arbeitet damit sehr flexibel», betont Samuel Pfaffen. Diese Flexibilität macht es möglich, den für die Methanisierung benötigten Wasserstoff dann zu produzieren, wenn ‹überschüssiger› Wind- oder Solarstrom zur Verfügung steht. So entsteht erneuerbares Gas, das ins Gasnetz eingespeist werden kann und dort fossiles Gas substituiert. «Power-to-Gas ist eine hoffnungsvolle Technologie zur Schliessung der Winterlücke», sagt Pfaffen.</p>



<p><strong>HOHE KOSTEN</strong><br>Ob Eniwa das Projekt in Reinach realisiert, ist noch offen. Grund sind die hohen Kosten. Eniwa verkauft das Biomethan aktuell mit einem Aufpreis von sieben Rappen / kWh. Biomethan aus einheimischer Produktion darf laut Pfaffen zwar etwas mehr kosten als importiertes Biomethan, muss aber bezahlbar bleiben. Wegen des hohen Einkaufspreises von erneuerbarem Wasserstoff (aktuell circa 20 Rappen / kWh), liegen die Gestehungskosten für Biomethan aus der Reinacher Kleinanlage im günstigsten der untersuchten Szenarien bei 25 Rappen / kWh, also etwa doppelt so hoch wie der Zielpreis von Eniwa, der bei circa 12 Rappen / kWh liegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="567" src="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-1024x567.png" alt="" class="wp-image-22340" srcset="https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-1024x567.png 1024w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-300x166.png 300w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-768x426.png 768w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-696x385.png 696w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-1068x592.png 1068w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage-758x420.png 758w, https://www.energierundschau.ch/wp-content/uploads/2021/11/04_Anlage.png 1227w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Visualisierung der Anlage zur biologischen Methanisierung, wie sie in der
Machbarkeitsstudie für die ARA Reinach entworfen wurde: der Bioreaktor (grau) wird links
flankiert vom Aktivkohle-Filter, rechts vom Wärmetauscher mit Kompressoren. Der
Container ganz rechts dient der Speicherung von Additiven.</figcaption></figure>



<p>Die Preiskalkulation im ‹BioBooster›-Projekt ist eine Momentaufnahme und bezieht sich auf Methanisierungsanlagen kleiner und mittlerer Grösse (unter 300 Nm3 Rohbiogas pro Stunde). Bei grösseren Anlagen sind tiefere Gestehungspreise möglich. Der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Methanisierung – so eine weitere Erkenntnis des Projekts – ist der Marktpreis für erneuerbaren Wasserstoff. Dieser könnte in Zukunft dank grösserer Elektrolyse- Anlagen und günstigerem Wind-und Solarstrom auf das Niveau von nichterneuerbarem Wasserstoff (heute im Bereich von fünf bis neun Rappen / kWh) sinken. «Dieser günstige Wasserstoff wird dann grösstenteils importiert werden, da in der Schweiz auf absehbare Zeit zu wenige Betriebsstunden mit ‹überschüssigem Strom› zur Verfügung stehen, um Elektrolyseure wirtschaftlich zu betreiben», sagt Pfaffen.</p>



<p><strong>BIOLOGISCHE METHANISIERUNG</strong><br>Seit 2015 wird bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) im aargauischen Reinach Biomethan ins Gasnetz eingespeist (circa 25 Nm3/h). Ausgangsstoff ist das im Faulturm der ARA erzeugte Rohbiogas. Dieses Rohgas besteht im wesentlichen aus Methan (circa 60 Prozent und CO2 (circa 40 Prozent). Damit das Biomethan ins Netz eingespeist werden kann, wird das Rohbiogas durch einen Membran-Filter (physikalischer Filter) der Schweizer Firma Apex geleitet (vgl. BFE-Fachartikel ‹Biogas-Veredelung im kleinen Massstab, abrufbar unter www.pubdb.bfe.admin.ch/de/publication/download/9813). Alternative Verfahren zur Entfernung des CO2 sind die chemische Absorption (Aminwäsche), die Druckwechseladsorption, die Druckwasserwäsche, die physikalische Absorption und kryogene Verfahren. Bisher wird das abgeschiedene CO2 an die Atmosphäre abgegeben. Dank der biologischen Methanisierung kann das Kohlendioxid zusammen mit erneuerbarem Wasserstoff ebenfalls in erneuerbares Gas (und Wasser) umgesetzt werden. Dies geschieht über einen Stoffwechselprozess in Mikroorganismen (Archaeen), der bei einem Druck von neun bar und einer Temperatur von 65 Grad Celsius abläuft. Das hierbei entstehende Methan hat eine Reinheit von über 96 Prozent und erfüllt damit die Voraussetzung zur Einleitung ins Erdgasnetz. Es gibt alternative Methanisierungsverfahren, die laut Pfaffen aber noch tiefere Technologiereifegrade aufweisen. BV</p>



<p><strong>HINWEISE</strong><br>Der Schlussbericht zum Forschungsprojekt ‹Bioboost – Flexibler Biogas-Booster› ist abrufbar unter: <a href="http://www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=45241" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.aramis.admin.ch/Texte/?ProjectID=45241</a><br>Auskünfte zum Projekt erteilt Dr. Sandra Hermle (sandra.hermle@bfe.admin.ch),<br>Leiterin des BFE-Forschungsprogramms Bioenergie.<br>Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Bioenergie finden Sie<br>unter: <a href="http://www.bfe.admin.ch/ec-bioenergie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.bfe.admin.ch/ec-bioenergie</a>.</p>
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